Seit mittlerweile einem Monat ist das Transferfenster in England geöffnet und einige Clubs haben bereits in grossem Stile verkauft und eingekauft. Der FC Liverpool gehört bisher wohl zu den aktivsten Mannschaften auf dem Markt.
Nicht weniger als sieben neue Spieler und zehn Abgänge haben die Reds bisher zu verzeichnen. Doch was bedeuten diese Neuzugänge für den LFC in der kommenden Saison?

Dies ist Teil 1 einer dreiteiligen Kommentarserie. Im ersten Teil dreht sich alles um die Neverpflichtungen des LFC, während sich Teil Zwei mit den Abgängen an der Mersey beschäftigt. Teil Drei beschäftigt sich mit der zentralen Frage, was wir von den Reds in der kommenden Saison erwarten dürfen.

Sadio Mané: Der Königstransfer

Sadio Mané

61.9 Mio. Pfund durfte Trainer Jürgen Klopp bisher auf dem Transfermarkt ausgeben, ein wirklicher Königstransfer gehört jedoch (noch) nicht zu den Neuverpflichtungen. Der wohl grösste Transfer in diesem Fenster ist Sadio Mané.

Mit ihm hat Klopp einen Mittelfeldspieler an die Mersey geholt, der sich aufgrund seiner Schnelligkeit und hohen Ballsicherheit vor allem auf der Flügelposition wohl fühlt.

In der letzten Saison kamen bereits viele Angriffsversuche der Reds über die Flügel, in den entscheidenden Momenten mangelte es den Flügelspielern Adam Lallana und James Milner jedoch am letzten Tick an Präzision. Mit Mané im Team wird das Flügelspiel in der kommenden Saison nochmals stärker forciert und auch erfolgreicher sein.

Marko Grujic: Der zukünftige Stammspieler

Marko Grujic

Nebst Mané fanden jedoch noch weitere Mittelfeldspieler den Weg an die Mersey. Bereits im Winter wurde Marko Grujic, ein 19 Jahre altes Supertalent von Red Star Belgrad verpflichtet. Die Rückrunde verbrachte der Jungspund jedoch noch bei seinem alten Club, bevor er dann nach Saisonende direkt an die Anfield Road reiste.

Bereits in den ersten Vorbereitungsspielen konnte Grujic vollends überzeugen, überraschte die Gegner mit variationsreichen, gefährlichen Aktionen im Mittelfeld und tauchte auch immer wieder gefährlich vor dem Tor auf. Im zweiten Spiel erzielte der Serbe dann sein erstes Tor für die Reds und kam bisher jedes Mal zum Einsatz.

Grujic wird in den kommenden Wochen beweisen müssen, dass er auch gegen die grossen Clubs mithalten kann, um sich gegen die erfahrneren, aber auch älteren Spieler durchsetzen zu können.

Das Jungtalent wird in der kommenden Saison wohl ein immer wichtigeres Element im Mittelfeld spielen. Zu Beginn dürfte er noch eher als Joker eingesetzt werden, ein Platz als Stammspieler hat Grujic wahrscheinlich noch nicht auf sicher.

Georginio Wijnaldum: Der Mittelfeldregisseur

Georginio Wijnaldum

Erst vor etwas mehr als einer Woche war klar, dass Georginio Wijnaldum Newcastle verlässt. Nebst dem FC Liverpool wollten auch der FC Everton und die Tottenham Hotspurs den Mittelfeldspieler verpflichten. Am Ende, so sagte Wijnaldum erst kürzlich selbst, sei Jürgen Klopp der entscheidende Faktor zum Wechsel an die Anfield Road gewesen.

Wijnaldum dürfte, wie bereits bei Newcastle und seinem Trainer Rafa Benitez, eine wichtige Rolle im Mittelfeld einnehmen. Mit grosser Ballsicherheit und schnellen, gefährlichen Aktionen zur Lancierung eines Gegenangriffs überzeugt der Holländer genauso sehr wie vor dem Tor, Wijnaldum konnte ** Tore während ** Einsätzen bei Newcastle erzielen. Er dürfte sich für einen Stammplatz in der Elf von Klopp bewerben und dabei gegen Spieler wie Jordan Henderson, James Milner und Adam Lallana antreten.

Loris Karius: Die neue Nummer 1

Loris Karius

Am Ende der letzten Saison war klar, dass die Reds einen neuen Torhüter brauchen. Trotzdem Simon Mignolet in vielen Spielen eine solide und starke Leistung zeigte, unterliefen ihm mehrmals Patzer, die einem Keeper auf Top-Niveau nicht passieren sollten.

Klopp hat reagiert und mit Loris Karius eine neue Nummer eins ins Boot geholt. Der 23-Jährige wurde von Mainz 05 verpflichtet und hat in der vergangenen Saison massgeblich zum Erfolg der Mainzer in der Bundesliga beigetragen.

In den ersten Vorbereitungsspielen hatte Karius noch nicht allzu viel zu tun, er wechselte sich im 45-Minuten-Rhytmus mit Adam Bogdan ab. Wenn er etwas zu tun hatte, erledigte er dies auf souveräne Art, nur ein Mal unterlief ihm ein gröberer Schnitzer.

In der kommenden Saison wird Karius der neue Stammtorhüter der Reds werden, Simon Mignolet sein Backup. Aufgrund einer gebrochenen Hand wird die neue Nummer Eins jedoch erst ab Oktober ins Premier League-Geschehen eingreifen können.

Alex Manninger: Der Veteranen-Mentor

Nicht nur Loris Karius wurde als neuer Torhüter für die Reds verpflichtet. Erst vor rund drei Wochen überraschte der LFC mit der Meldung, man habe mit Alex Manninger einen zweiten Torhüter in diesem Transferfenster verpflichten können. Der ehemalige österreichische Nationaltorhüter ist mit seinen 39 Jahren somit noch einmal voll im Geschäft, auch wenn er in der kommenden Saison wohl nur Platz Nummer Drei in der Torhüterliste der Reds belegen wird.

Seine zentrale Aufgabe wird von den Fans eher unbemerkt bleiben, denn Manninger wird wohl eine Art Beratungsrolle beim Torhütertraining einnehmen. Der Österreicher sammelte im Lauf seiner Karriere wertvolle Erfahrung und wird diese in einer Art Mentorenrolle an Loris Karius und Simon Mignolet weitergeben.

Mit Alex Manninger hat Jürgen Klopp somit nicht einen Spieler verpflichtet, der sich primär auf dem Platz bemerkbar machen wird. Stattdessen wird er mit seiner Erfahrung und seinen Tipps mithelfen, aus Karius und Mignolet Torhüter mit konstantem Top-Niveau zu formen.

Ranar Klavan; Das Backup

Ragnar Klavan

Ein vergleichsweise unbekannter Spieler wurde erst vor knapp zwei Wochen neu verpflichtet. Aussenverteidiger Ranar Klavan wechselt vom FC Augsburg zum LFC und ist bereits mit auf der US-Tour der Reds dabei.

Der estländische Nationalspieler verbrachte eine erfolgreiche Saison beim FCA, der Wechsel zu einem grösseren Club erschien daher logisch. Insbesondere im Achtelfinale der Europa League, als Augsburg gegen Liverpool antreten musste, konnte Klavan überzeugen und dürfte dabei auch die Aufmerksamkeit von Klopp auf sich gezogen haben.

Beim FC Liverpool dürfte Klavan vor allem als Backup für Aussenverteidiger Alberto Moreno dienen, der in der vergangenen Saison nicht immer seine besten Techniken abrufen konnte. Insbesondere im Europa League-Final enttäuschte Moreno, damals hatte Klopp jedoch noch keine vergleichbare Alternative im Köcher. Dies ändert sich nun mit der Verpflichtung von Klavan.

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