Im vergangenen Sommer ging es in Liverpool ruhig zur Sache. Nun ist Trainer Jürgen Klopp jedoch gefordert, es müssen dringend Titel her. Ein Kommentar.

Noch im vergangenen Sommer gingen viele Fans von einer bahnbrechenden Saison aus. Mit Mohamed Salah konnten die Verantwortlichen an der Mersey einen Spieler von Weltklasse-Format ins Boot holen, zusammen mit Sadio Mane sollte er den Angriff anführen.

Und genauso kam es auch. Der Ägypter ist derzeit der beste Torschütze in der Liga, hat bereits mehr als 20 Mal in allen Wettbewerben getroffen. Mane jedoch kommt bislang nicht so richtig vom Fleck und wurde deutlich mehr ausgewechselt als noch in der vergangenen Spielzeit.

Schlimm ist das bislang nicht. Schliesslich steht da noch ein Salah auf dem Feld, der die Reds von Sieg zu Sieg schiesst. Jüngstes Beispiel ist der 2-1 Erfolg gegen Leicester, bei dem der Ägypter mit zwei Treffern die Partie im Alleingang entschied. Zwar traf auch Mane zwei Mal – doch beide Male nur aus dem Abseits.

Für Salah legte Liverpool knapp 50 Millionen Euro auf den Tisch. Ein Kinderspiel, wenn man sich die deutlich höheren Ausgaben der Konkurrenzvereine ansieht. Doch im Gegensatz zu anderen Vereinen fristen die teuren Spieler bei Liverpool kein Dasein auf der Bank, sondern kommen zum Einsatz.

Klopp weiss, was er will und handelte den Deal mit Salah geschickt aus. Er braucht keine Ersatzleute für einhundert Millionen und mehr, auch wenn er theoretisch die Mittel dazu hätte. Immer wieder betonte er, dass er sich zurückhalten wolle und den Zirkus der anderen Clubs nicht auch mitmachen müsse.

Van Dijk verändert alles – auch bei Klopp

Das änderte sich in der vergangenen Woche. Nach langem Hin und Her einigten sich die Reds und Ligakonkurrent Southampton auf einen Transfer von Virgil van Dijk. Der Innenverteidiger gehört nachweislich zu den besten Spieler seiner Position und lief in der vergangenen Saison unter Claude Puel zu Höchstformen auf.

Bereits im Sommer versuchten die Verantwortlichen der Reds, van Dijk an die Anfield Road zu locken. Erste Verhandlungen mit dem Spieler fanden bereits statt, doch dann blockierte Southampton die Gespräche mit einer Untersuchung. Liverpool habe die Verhandlungen ohne das Wissen des Vereins geführt, die Reds mussten sich daraufhin öffentlich entschuldigen.

Danach herrschte erst einmal Funkstille zwischen den beiden Vereinen. Anders als bei Salah oder Mane blieb Klopp bei seinem Wunschspieler nicht mehr viel Handlungsspielraum, da man das Gegenüber bereits verärgerte. Die Forderung der Saints war klar, mindestens 70 Millionen Pfund wollten die Verantwortlichen für den 26-jährigen.

In der vergangenen Woche gab Klopp zusammen mit den Verantwortlichen schliesslich nach und erfüllte die Forderungen Southamptons. Für knapp 90 Millionen Euro wechselt van Dijk am ersten Januar an die Anfield Road, damit bezahlen die Reds eine astronomische Summe für einen Defensivspieler. Genauer gesagt wurde noch nie so viel für einen Verteidiger gezahlt.

Für van Dijk gab Klopp zusammengerechnet etwa gleich viel aus wie für Mane und Salah zusammen. Die Erwartungen an den neuen Mann sind dementsprechend riesig, er soll Stabilität in die löchrige Defensive der Mannschaft bringen und so endlich mehr Punkte auf das Konto buchen.

Keita geht vergessen – und erhöht den Druck auf Klopp

Doch nicht nur van Dijk wechselt neu an die Anfield Road. Im kommenden Sommer wird Liverpool Naby Keita von RB Leipzig übernehmen.

Der Mittelfeldspieler erlebte bei den Bullen eine herausragende Saison 2016/17 und sollte ebenfalls bereits im Sommer 2017 nach England wechseln. Doch Leipzig weigerte sich standhaft, sehr auch zum Unmut des Spielers selbst. Am Ende einigten sich die beiden Vereine auf einen Transfer im kommenden Sommer.

Wie viel die Reds für den Mittelfeldspieler auf den Tisch legen, ist noch nicht klar. Dennoch erscheint es sicher, dass auch hier neue Rekorde gebrochen werden. 90 Millionen Euro und mehr sind derzeit im Gespräch, je nach Leistung Keitas in der kommenden Spielzeit.

Damit erhöht sich langsam auch der Druck auf Trainer Jürgen Klopp. Dieser hat bislang auf die ganz grossen Beträge im Scheckbuch verzichtet und dieses für unscheinbarere Spieler ausgegeben, welche dann im System des Deutschen zu Höchstform auflaufen konnten.

Nun hat der 50-jährige jedoch ausgepackt und gibt das Geld der Besitzergruppe FSG fleissig aus. Diese stellt dem Deutschen das Geld gerne zur Verfügung. Auch sie wollen Spieler von Weltformat an der Anfield Road – doch vor allem sollen diese Spieler endlich wieder Titel gewinnen.

Diese Titel muss Klopp nun holen. Egal ob in der Liga, im Pokal oder in der Champions League. Ab Sommer 2018 hat der Deutsche sein Kader zusammen, welches er sich schon immer gewünscht hat. Ab dann müssen aber auch wieder Trophäen im Kasten in Melwood landen.

Sollten sich die Investitionen nicht auszahlen, sollte Klopp trotz allen finanziellen und persönlichen Bemühungen scheitern, dürfte es für den Deutschen eng werden. Die Fans und die Besitzer des Vereines lassen dem Deutschen viel Geduld entgegenkommen, die meisten glauben an ihn und seine Vision.

Jetzt hat Klopp das Scheckbuch gezückt – und muss liefern.

1 KOMMENTAR

  1. Die Frage ist ob dass die einzigen großen Transfers bleiben werden. Mit dem möglichen Abgang von coutinho zu Barcelona könnte man fast das ganze Geld für Keita und van dijk wieder in die Kassen holen. Wenn dann noch vielleicht der etwas Wechselwillige Can wirklich zu Juve oder sonst wohin geht tut sich im Mittelfeld doch ein großes Loch auf.

    Ox in seiner momentanen Form und lallana, wini Henderson und milner sind zwar genug um immer ein gutes Mittelfeld zu bieten ( evtl woodburk wenn er vielleicht auf einmal eine Sensationssaison à la dembelé spielt doch das ist nur eine träumerische fantasie meinerseits ) doch würde sich beim Verlust dieser weltklasse Spieler doch die Frage aufwerfen ob neben Keita nicht noch ein allrounder im Mittelfeld benötigt wird.

    Ich hab keine Ahnung wer das sein sollte oder könnte aber für so einen Typ Spieler der das Niveau im Mittelfeld nochmal signifikant heben würde müsste man auch ähnliche Summen zahlen wie für van Dijk und Keita und bei den Verletzungen die bei so einer schwierigen und robusten Liga und mehreren Wettbewerben sicher kommen werden wird es auch nötig sein vielleicht noch jemanden zu holen.

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